Remote Work

Zuhause ist es doch am schönsten - auch in Bezug auf die Arbeit? Foto: iStock

Hat mobiles Arbeiten auch nach der Pandemie eine Zukunft?

Durch die Corona-Krise bekam das Homeoffice plötzlich Hochkonjunktur: Allein in Österreich arbeiteten im letzten Jahr 1,5 Millionen Erwerbstätige zeitweise von zu Hause. Und das geht sicher nicht spurlos an den Unternehmen vorbei.

Denn was als Herausforderung für die Betriebe begann, entwickelte sich zu einem Arbeitsmodell mit Zukunft. Mobiles Arbeiten ist gekommen, um zu bleiben – da sind sich auch Experten einig. Doch wie lässt sich Homeoffice auf Dauer integrieren? Was wünschen sich Arbeitnehmer und wie stehen Arbeitgeber zum Thema Remote Work?

Studie zur Stimmung im Land
Diesen Fragen ging auch das Bundesministerium für Arbeit in ihrer aktuellen Homeoffice-Studie nach. Im Zuge dessen wurden über 1.400 Erwerbstätige und mehr als 1.600 Unternehmen bzw. Dienststellen zu ihren Erfahrungen im letzten Jahr befragt. Überraschend: Trotz teils kurzfristiger Umstellung sind 90 % der Befragten mit der internen Umsetzung des Homeoffice weitestgehend zufrieden. Ein positives Zeichen an alle Skeptiker. Denn weit verbreitet war das mobile Arbeiten vor der Pandemie noch nicht – für mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer war es vielmehr eine Premiere. Allerdings profitierten vor der Krise viele schon von flexibleren Arbeitszeiten wie etwa Gleitzeit-Modellen.

Positive Auswirkungen
War der Heimarbeitsplatz erst richtig eingerichtet, machten sich auch schnell die erfreulichen Seiten bemerkbar: Vor allem in Sachen Arbeitsleistung und Produktivität verbuchten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber einen deutlichen Anstieg. Außerdem fiel so für viele der Arbeitsweg weg. Diese dazugewonnene Zeit (im Schnitt 35 Minuten pro Fahrt) investierten die meisten in Familie, Freizeit oder den Haushalt. Kein Wunder also, dass sich das Homeoffice positiv auf die Gesundheit sowie die Work-Life-Balance ausgewirkt habe.

Negative Auswirkungen
Doch, obwohl die Grundstimmung weitestgehend gut war, brachte die Umstellung auch einige Schattenseiten mit sich. Vor allem die sozialen Kontakte wie das gemeinsame Mittagessen oder ein kurzer Ratscher auf dem Flur fehlten plötzlich. Auch neue Mitarbeiter ins Team zu integrieren, fiel auf digitalem Wege deutlich schwerer. Das Zusammengehörigkeitsgefühl leide demnach am meisten unter der räumlichen Distanz. Wahrscheinlich nutzten auch deshalb 80 % der Befragten gelegentlich ihren regulären Arbeitsplätz während der flächendeckenden Homeoffice-Periode.

Die Zukunft der mobilen Arbeit
Bei all dem Für und Wider bleibt die Frage, wie es in Zukunft mit dem Homeoffice weitergehen wird. Anfangs ging man wohl davon aus, dass die Arbeitnehmer weniger zurück in die Büros wollen und die Arbeitgeber es kaum erwarten können, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben. Doch die Umfrage zeigte ein völlig anderes Stimmungsbild: Die Mehrheit der Arbeitnehmer (44 %) wünscht sich bescheidene ein bis zwei Tage Homeoffice in der Woche – bei den Arbeitgebern sind es sogar 57 %. Insgesamt ist der Wunsch nach einem Remote-Work-Modell bei Arbeitnehmern natürlich größer. Daher wird dieses Thema auch bei der Jobsuche immer entscheidender.

Fazit
Es ist also sehr wahrscheinlich, dass uns das Homeoffice auch nach der Pandemie weiter begleiten wird. Jedoch werden vermutlich die wenigsten Unternehmen komplett auf mobiles Arbeiten umsteigen. Stattdessen könnten sich Modelle etablieren, die das Büro mit dem Homeoffice vereinen – eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und -geber.

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