Wo steht KI aktuell?

Lebenslanges Lernen auch für Computersysteme? Foto. iStock

Künstliche Intelligenz im Alltag: Science-Fiction oder Realität?

Raumschiffe, die von einem intelligenten Computersystem gesteuert werden, menschenähnliche Roboter und Maschinen, die über die Welt herrschen. Szenarien, die wir nur zu gut von den Kinoleinwänden kennen. Dabei haben Technologien mit KI längst die Science-Fiction-Filme verlassen und Einzug in unsere Realität erhalten. Glauben Sie nicht? Wir haben künstliche Intelligenz im Alltag aufgespürt und unsere Top 5 Technologien zusammengetragen. Aber zunächst…

Was ist künstliche Intelligenz?
Bisher lässt sich der Begriff noch nicht trennscharf definieren. Denn die Grenzen zwischen künstlicher Intelligenz (im englischen auch AI für Artificial Intelligence) und einem „lediglich“ komplexen Algorithmus verschwimmen. Technologien wird aber vor allem dann eine künstliche Intelligenz zugeschrieben, wenn sie kognitive Fähigkeiten imitieren, die bisher nur Menschen besaßen. Dazu zählen etwa sprachliche Fähigkeiten oder strategisches Denken. Eine KI ist somit auch in der Lage, situationsbezogen zu entscheiden. Dies gelingt umso besser, wenn der Entscheidung ein Lernprozess vorausgeht. Einfach ausgedrückt ist künstliche Intelligenz also der Versuch, menschliches Denken, Lernen und Handeln auf ein Computersystem zu übertragen.

Wo begegnet uns KI im Alltag?
Aus dem Versuch heraus gibt es heute bereits zahlreiche Technologien, die auf einer künstlichen Intelligenz basieren. Wir verwenden sogar ganz alltägliche Tools, ohne zu wissen, dass uns hier eine KI das Leben leichter macht. Denn egal ob Amazon, Google oder Facebook – sie alle setzen längst auf lernfähige Algorithmen und treiben die Technologien rasant voran.

1. Sprachassistenten
„Hey Siri, wo ist das nächste Parkhaus?“ oder „Alexa, wie soll morgen das Wetter werden?“ Fast jeder von uns hat schon einmal eine dieser netten Damen um Rat gefragt oder Google eine Anweisung ins Mikro geflüstert. Dass wir eine passende Antwort oder die korrekte Reaktion erhalten, verdanken wir künstlicher Intelligenz. Durch maschinelles Lernen – das sogenannte Machine Learning – erkennen die Sprachassistenten wiederkehrende Muster in den vorhandenen Daten. Die von Google entwickelte KI ist inzwischen sogar so weit, dass sie auch natürliche Sprache verstehen kann. Der Internet-Gigant kann Suchanfragen so noch präziser beantworten, da die KI nicht nur die eingegebenen bzw. gesprochenen Wörter, sondern auch deren Beziehung zueinander auswertet.

2. Smart Home
Abgesehen vom Smartphone begegnet uns die Sprachsteuerung auch im sogenannten Smart Home. Ob Heizung aufdrehen, Rollenläden schließen oder das Licht fürs Kinofeeling dimmen – das smarte Zuhause lässt sich auch ohne Knopfdruck problemlos steuern. Doch dank lernfähiger Systeme geht da sogar noch mehr. Denn, sobald die KI genügend Informationen über die Vorlieben der Besitzer gesammelt hat, passt sie etwa die Beleuchtung oder die Raumtemperatur automatisch an oder startet die Kaffeemaschine, sobald die Rollläden im Schlafzimmer hochfahren.

3. Gesichtserkennung
Einige Unternehmen setzen bei ihren Smart-Home-Systemen auch auf digitale Gesichtserkennung, um die Haus- bzw. Wohnungstür zu entriegeln. Übrigens die gleiche KI, die bei zahlreichen Smartphones für das Entsperren des Bildschirms sorgt. Nach einiger Zeit gewährt das Mobiltelefon sogar im Dämmerlicht und mit zerzausten Haaren Zutritt. Denn mit jedem Blick in die Kamera werden die Algorithmen zur Gesichtserkennung besser und heben die Sperre schneller auf.

4. Assistiertes Fahren
Einfach ins Auto einsteigen, eingeben, wo es hingehen soll, und dann entspannt auf dem Rücksitz die Fahrt genießen – das wäre herrlich. Doch autonomes Fahren ist bisher noch Zukunftsmusik. Allerdings gibt es heute bereits Funktionen, die uns das Autofahren zumindest erleichtern. Automatisches Einparken, Abstandsregler oder Notbremsassistent, sie alle basieren auf künstlicher Intelligenz. Denn ohne selbstständiges Einschätzen der Situation würde das Auto womöglich auch bei einer Plastiktüte bremsen oder einen Schatten für ein Hindernis halten. Selbst Verkehrsschilder zu lesen und korrekt zu verarbeiten ist für die KI keine Herausforderung mehr.

5. Navigation
Auch in Sachen Straßenverkehr haben Google, Apple und Co. die Nase vorn: Denn die Navigationssysteme Maps oder Karten arbeiten ebenfalls mit künstlicher Intelligenz. Diese analysiert und interpretiert Echtzeitinformationen über Staus, Baustellen oder Ähnliches, um vor Verzögerungen zu warnen und alternative Routen auszuspielen.

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